Windows Server Summit | Azure File Sync - das "OneDrive für Server"

Es gibt keinen funktionierenden Ersatz für Dateifreigaben auf einem Windows Server!

Diese Aussage kann mittlerweile fundiert widerlegt werden, aber es ist durchaus nachvollziehbar, dass diese Ansicht entstanden ist und sich so lange gehalten hat.

Vor einigen Jahren war die einzige Möglichkeiten, Daten in die Cloud zu verschieben, SharePoint Online. Und jeder, der einmal versucht hat, klassische Dateifreigaben und ihre teilweise oft wilden Berechtigungsstrukturen (und Namenslängen) in SharePoint Online abzubilden, weiß, warum das keine gute Idee ist.

Doch Microsoft hat mittlerweile auch hier nachgebessert und liefert mit Azure File Share als der Cloud-Variante eines Dateiservers (der Vergleich hinkt...) sowie einem dazu passenden Migrations-Werkzeug namens Azure File Sync eine brauchbare Alternative.

Funktionsweise von Azure File Sync

Azure File Sync kann man sich im Grunde als eine moderne DFS-Replikation oder auch ein "OneDrive for Servers" vorstellen. Der zu installierende Agent synchronisiert Inhalte einer Dateifreigabe zwischen Servern und auf Wunsch auch mit einem Azure File Share.

Ähnlich wie bei OneDrive for Business kann auch hier bestimmt werden, welche Daten häufig im Zugriff sind und daher dauerhaft lokal gespeichert bleiben sollen und welche Daten zur Speicherplatzersparnis nur bei Bedarf aus der Cloud geholt werden sollen.

Wichtig: Azure File Sync ist nicht exklusiv Windows Server 2025 vorbehalten, sondern funktioniert auch noch mit älteren unterstützten Betriebssystemen (älteste Version: 2016).

Gründe für eine Migration in die Cloud

Die folgende Liste soll eine Auswahl möglicher Gründe darstellen, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Wachsender Speicherbedarf und damit einhergehende Speicherkosten
  • Verbesserung der Datenverfügbarkeit (klassische Dateiserver bringen selbst keine Hochverfügbarkeitsfunktionen mit und sind daher auf die dahinterstehende Virtualisierungs-Plattform angewiesen)
  • End-of-life der genutzten Hardware
  • (Vollständige) Ablösung lokaler Rechenzentren

Gerade der zweite Grund ist ein typisches Problem klassischer Dateiserver. Azure File Share ist per se hochverfügbar und kann um Azure Backup ergänzt werden, um schnelle Wiederherstellungen zu ermöglichen.

Ablösung klassischer Dateifreigaben durch Azure File Share

Über Azure File Sync können auch Migrationen durchgeführt werden, indem die Daten zunächst vom lokalen Server hochsynchronisiert und dann lokal entfernt werden. Und das schöne: für die Benutzer ändert sich bei der Handhabung nichts!

Azure File Share lässt sich in Active Directory einbinden und ermöglicht so eine native AD-basierte Authentifizierung, so dass die Benutzer so wie bisher auf ihre Dateifreigaben zugreifen können. Mittlerweile unterstützt Azure File Share auch eine native Authentifizierung mittels Entra ID, so dass die Abhängigkeit zu einem Active Directory gar nicht mehr aufgebaut werden muss!



Weitere Informationen

Offizielles Video: From on-premises to cloud with Azure File Sync - Windows Server Summit

Übersicht aller Artikel: Windows Server Summit - kurz und knackig!



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