Windows Server Summit 2026 | Teil 9: Der Pfad zur einfacheren Windows Server-Migration

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Früher war es mit einiger Mühe verbunden, Windows Server auf eine neuere Version zu bringen. Aus diesem Grund zögern es Unternehmen bis zum letztmöglichen Zeitpunkt hinaus. Dies sorgt jedoch für Zeitdruck und typischerweise können nicht alle Server rechtzeitig migriert werden. Dies wiederum sorgt für unnötige Sicherheitslücken oder Mehrkosten (falls ESU eingekauft werden müssen).

Dies muss jedoch nicht sein. Mit Windows Server 2025 wurde die Migration erheblich vereinfacht. Als Alternative stehen auch Cloud-Dienste bereit, um virtuelle Maschinen vorübergehend (im Rahmen einer Transformation) aufzunehmen. Dieser Artikel geht auf die Aspekte und möglichen Verfahrensweisen für eine Migration ein.

Virtuelle Maschinen in Azure

Azure bietet eine Vielzahl an Optionen für die Bereitstellung virtueller Maschinen an - unterschiedliche Leistungsklassen, Kategorien für spezifische Einsatzzwecke sowie mehrere Möglichkeiten, um laufende Kosten einzusparen. Letztere sind dann interessant, wenn virtuelle Maschinen über einen längeren Zeitraum in Azure betrieben werden müssen:

MöglichkeitBeschreibungEinsatzszenario
Spot Virtual MachinesVerwendung von gegenwärtig nicht genutzter Compute-Kapazität mit einem erheblichen RabattUnkritische Workloads, die unterbrochen werden können und keine hohe Leistung benötigen
Reservierte InstanzenRabatt auf die Compute-Kosten bei längerfristiger Verpflichtung mit statischen Workloads, Einsparpotenzial steigt mit VerpflichtungsdauerMittel- bis langfristiger Betrieb (1-3 Jahre), durchgehender Betrieb (24x7)
SparpläneRabatt auf die Compute-Kosten bei längerfristiger Verpflichtung mit dynamischen Workloads, Einsparpotenzial steigt mit VerpflichtungsdauerMittel- bis langfristiger Betrieb (1-3 Jahre), flexibler Betrieb (z.B. 13x5, nur tagsüber, usw.)

Darüber hinaus werden spezielle vorkonfigurierte virtuelle Maschinen angeboten, auf denen bestimmte Microsoft-Produkte wie SQL Server bereits vorinstalliert sind. Der Vorteil liegt hier klar darin, dass die Installation und Konfiguration den Empfehlungen von Microsoft entspricht. Weiterhin bieten solche Server Einsparpotenziale und vereinfachte Lizenzierung, da diese in den Compute-Kosten gewissermaßen inkludiert ist.

Migrations- und Modernisierungsstrategien

Es haben sich mittlerweile Strategien für die Modernisierung etabliert, die je nach Ausprägung als 6R oder 8R bezeichnet werden. Die folgende Tabelle stellt das 6R-Modell dar:

StrategieAnwendung
RetireVeraltete Anwendung mit wenig oder keinem geschäftlichen Nutzen
RehostingMigration von lokalem Rechenzentrum zu einem IaaS-Dienst (auch als "Lift-and-Shift") bezeichnet
ReplatformingVerschieben von Anwendungen in eine neue Laufzeitumgebung unter Einsatz von PaaS-Diensten
RefactoringNeustrukturierung des Anwendungscodes und Umbau in Microservices
RearchitectingAktualisierung und Erweiterung des Anwendungscodes zur Optimierung für Cloud-Umgebungen
RebuildingKomplette Neuentwicklung der Anwendung in einer Cloud-Plattform

Microsoft zeigt mögliche Vorgehensweisen hierzu beispielhaft mit einem Entscheidungsbaum und möglichen Zielszenarien.

Migrations-Unterstützung in Azure

Microsoft stellt verschiedene Lösungen zur Verfügung, um bei einer Migration zu unterstützen und die für das jeweilige Szenario geeignete Strategie auszuwählen.

Migrations-Agent in Azure Copilot

Es steht ein Migrations-Agent in Azure Copilot zur Verfügung, der bei der Entscheidung unterstützen kann. Dieser analysiert die zu migrierende Anwendung und entwickelt die passende Zielarchitektur in Azure, die direkt umgesetzt werden kann.

Azure Migrate

Azure Migrate ist die klassische Migrationslösung, die schon seit einigen Jahren existiert und stetig weiterentwickelt wird. Auch diese bietet eine Analyse der zu migrierenden Anwendung inklusive einer Darstellung von Abhängigkeiten. Dies kann entweder agentenbasiert oder agentenlos erfolgen, je nach individuellen Sicherheits-Anforderungen des Unternehmens und benötigten Daten.

So können beispielsweise komplexe zusammenhängende Serverkonstrukte identifiziert, gruppiert und gemeinsam migriert werden, um Probleme durch fehlende Abhängigkeiten zu vermeiden. Ebenso werden Empfehlungen für die richtige Ressourcengröße in Azure gegeben. Ressourcen können direkt repliziert werden. Dies ermöglicht einen nahezu nahtlosen Übergang von der lokalen zur Cloud-Bereitstellung.

Migration von VMware zu Azure

Speziell für VMware bietet Microsoft eine Lösung an, um auch hier einen möglichst nahtlosen Übergang zu ermöglichen. Diese heißt Azure VMware Solution und stellt VMware-Technologie in Azure bereit, so dass bestehende Verwaltungslösungen weiterverwendet und virtuelle Maschinen direkt verschoben werden können.

Im Prinzip kann so das eigene Rechenzentrum in die Cloud erweitert werden. Virtuelle Maschinen können so zunächst verschoben und anschließend modernisiert oder transformiert werden.

Moderne Verwaltung mit Azure-Diensten

Auch in der Cloud müssen Server weiter überwacht, aktualisiert und gesichert werden. Hierfür stellt Microsoft entsprechende Dienste bereit:

  • Defender for Cloud ist der zentrale Dienst für Cloud Security Posture Management (CSPM) und sorgt u.a. für den Schutz der Windows Server mithilfe von Richtlinien in Azure Policy und Endpunkt-Sicherheit mittels Defender for Servers. Gesammelte Daten können aggregiert und in einer umfassenden zentralen Ansicht eingesehen und verarbeitet werden.
  • Skalierungs-Sets können genutzt werden, um die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit von Servern bei Bedarf automatisiert zu steigern. Dies eignet sich beispielsweise für Shop-Systeme, die zu bestimmten Zeiten eine sehr hohe Auslastung aufweisen, in anderen Zeitraum jedoch nur kaum ausgelastet sind.
  • Azure Backup kann zur Sicherung der Server genutzt werden. Genauso wie andere Lösungen lassen sich komplette Server oder auch einzelne Daten wiederherstellen. Azure Backup bietet auch einen Schutz gegen Ransomware-Angriffe und unterstützt moderne Sicherheitsfunktionen wie vertrauenswürdiger Start (kommt demnächst für Windows Server 2025)
  • Azure Monitor kann zur Überwachung der Systemparameter wie CPU-/RAM-/Festplatten- und Netzwerkauslastung genutzt werden und bietet entsprechende Alarmierungsfunktionen bei Erreichen kritischer Schwellwerte.


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