Windows Server Summit 2026 | Teil 14: Ein tiefer Einstieg in Azure Virtual Desktop für Windows Server-Admins

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Azure Virtual Desktop (AVD) ist eine moderne Lösung zur Bereitstellung virtueller Arbeitsumgebungen für Mitarbeitende eines Unternehmens. Als solche ermöglicht sie einen hohen Grad an Automatisierung für die Bereitstellung und Skalierung und trägt somit zu einem möglichst kosteneffizienten Betrieb bei.

In diesem Artikel geht es um einen tiefen Einstieg in diese Technologie und es wird eine Neuerung für AVD näher erläutert, die Unternehmen dabei unterstützen kann, klassische Remotedesktopbereitstellungen im lokalen Rechenzentrum durch moderne Technologien abzulösen.

Windows Server 2025 Hyper-V-Innovation für Azure Virtual Desktop

In vorausgegangenen Sitzungen wurde bereits betont, dass Hyper-V eine strategische Plattform für Microsoft darstellt und daher als Basis für viele Produkte zum Einsatz kommt, nicht ausschließlich für die Virtualisierung von Betriebssystemen.

Daher wurde Hyper-V in den letzten Jahren massiv mit neuen Funktionen ausgestattet, die mittlerweile auch die Ausführung von KI-Sprachmodellen auf beliebiger Hardware erlauben. Ebenso beherrscht Hyper-V nun die Aufteilung von Ressourcen einer Grafikkarte auf virtuelle Maschinen (GPU-Partitionierung). Über die native Anbindung von NVMe-Speicher wurde ebenfalls umfassend berichtet.

Azure Virtual Desktop für Windows Server

Azure Virtual Desktop steht in direktem Wettbewerb zu den entsprechenden Lösungen von Citrix und Omnissa. Microsoft stellt als Alleinstellungsmerkmale die einfache Verwaltung über eine zentrale cloudbasierte Plattform sowie die Verfügbarkeit von Windows 11 mit Multi-Sitzungs-Unterstützung heraus. Dies ermöglicht Kosteneinsparung, da sich mehrere Mitarbeitende eine virtuelle Maschine teilen können.

Die Leistungsfähigkeit von Windows Cloud-Lösungen

Zum aktuellen Zeitpunkt stellt Microsoft die folgenden VDI-Lösungen bereit:

  • Windows 365 (verwaltet über Intune) - eine für Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit optimierte Plattform
  • Azure Virtual Desktop (verwaltet über das Azure-Portal) - eine für Flexibilität und Anpassbarkeit optimierte Plattform
  • Azure Virtual Desktop in Azure Local - Verwendung der Funktionalität im eigenen Rechenzentrum, jedoch auf spezialisierter Hardware

Das Plädoyer für hybride VDI

Viele Kunden sind jedoch nicht bereit, Ressourcen in der Cloud bereitzustellen oder verfügen bereits über lokale Hardware sowie Lizenzen in eigenen Rechenzentren und möchten daher keine zusätzlichen Investitionen in Cloud-Dienste tätigen. Dementsprechend hat Microsoft für diese Szenarien eine weitere Lösung entwickelt.

Was ist Azure Virtual Desktop für hybride Umgebungen?

AVD für hybride Umgebungen ermöglicht die Bereitstellung einer AVD-Plattform im eigenen lokalen Rechenzentrum. Hierfür ist keine spezialisierte Hardware erforderlich, ein bestehendes Rechenzentrum kann hierfür eingesetzt werden.

Die Verwaltung erfolgt über das Azure-Portal, so dass alle bekannten Funktionen und Arbeitsabläufe ebenso für die lokale Bereitstellung anwendbar sind.

Die Konfiguration der lokalen Bereitstellung erfolgt über Azure Arc mit einer speziellen Erweiterung für AVD.

Auf diese Weise kann AVD, wie es der Name schon andeutet, hybrid betrieben werden - Benutzer können sowohl lokal, als auch in der Cloud auf AVD-Bereitstellungen zugreifen und die Benutzererfahrung unterscheidet sich nicht.

Anwendungsszenarien

Es ist bereits an vielen Stellen spürbar, dass Microsoft die klassischen Remotedesktop-Bereitstellungen loswerden möchte. Einerseits gibt es bereits Einschränkungen für den Einsatz der Microsoft 365 Apps auf Windows Server (nur während der ersten 5 Jahre des Lebenszyklus im Rahmen des Mainstream-Supports). Andererseits hat Microsoft bereits mit Vorgängerversionen Funktionen aus der Serverrolle entfernt (Remote FX) und entwickelt die Rolle nicht mehr wesentlich weiter.

Umso interessanter wirkt da die Tatsache, dass AVD für hybride Umgebungen bei Bedarf auf der Serverrolle "Remotedesktop-Sitzungshost" aufbauen kann. Alternativ kann auch Windows 11 Enterprise eingesetzt werden. Die Azure Arc-Erweiterung konfiguriert das Betriebssystem entsprechend und bindet die virtuellen Maschinen in Azure Virtual Desktop-Hostpools ein.

Das schöne hierbei ist, dass Benutzer nach und nach von der alten auf die neue Plattform umgestellt werden können, da sich die Benutzererfahrung nicht wesentlich ändert. Es ist keine Migration aller Benutzer zum gleichen Zeitpunkt notwendig. Von dort aus kann dann im nächsten Schritt auf virtuelle Desktops in Azure Virtual Desktop gewechselt werden.

Auf diese Weise kann eine schleichende Migration auf eine moderne Plattform mit minimalen Benutzerauswirkungen und Unterbrechungen durchgeführt werden.

Partner

Microsoft benennt die folgenden Partner für den Aufbau von AVD für hybride Umgebungen:

  • ControlUp
  • Login VSI
  • nerdio
  • Nutanix

Verbesserungen

Für den Zugriff auf cloudbasierte VDI-Bereitstellungen hat Microsoft die Windows App veröffentlicht. Diese bietet im Gegensatz zur klassischen Remotedesktopverbindung eine vollwertige Unterstützung für moderne Authentifizierungsmethoden.

Windows Server 2025 unterstützt nun die Funktion Azure Virtual Desktop App Attach (für Azure Local und AVD für hybride Umgebungen). Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Applikationsvirtualisierung (App-V), die seit April 2026 abgekündigt ist. Diese Funktion ermöglicht die dynamische Bereitstellung von Anwendungen in Remotedesktop-Sitzungen. Die Anwendungen sind hierbei nicht direkt auf den Sitzungshosts bzw. VDI-Systemen installiert, sondern werden mittels eines Datenträgers oder Streaming zentral bereitgestellt.

Dies erleichtert die Wartung der virtualisierten Desktops enorm, da Applikationen nicht mehr verteilt werden müssen. Stattdessen werden diese einmalig bereitgestellt und dynamisch nach Bedarf eingebunden.



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